Berichte der Blutnacht

Berichte der Militäreinheiten des Hauses Darkholme:

Die Berichte der an der Blutnacht beteiligten Militäreinheiten des Hauses Darkholme sind hier (1. Regiment) und hier (4. Kompanie der 1322. Maccabeischen Janitscharen) zu finden.


Auswertung der Militäroperationen:

Zu finden unter: Zusammenfassung der ersten Woche


Persönlicher Erfahrungsbericht:

Für die ersten Sekunden war ich nahezu völlig Orientierungslos. Klar hatte man einen in der Grundausbildung auf so etwas vorbereitet, aber wenn es dann plötzlich los geht, ist das Gefühl doch ein völlig anderes. Den ganzen Tag über hatte es immer wieder Fliegeralarm gegeben und ein paar Mal hatten die Jungs von Stellung 8 auch ihre Hydra-Flak-Plattformen bemannen müssen. Ein scharfer Schuss war jedoch nicht abgefeuert worden. Gerüchte gingen um, dass es den Xenos gelungen wäre weitere ihrer Transportschiffe zu landen und offenbar gingen die Offiziere davon aus es würde nun auch bald losgehen, aber mit der Geschwindigkeit mit der es dann begann hatte offenbar niemand gerechnet. Zumindest nicht unser Leutnant, der uns am Abend überraschend früh auf die Stuben schickte. Ich weiß nicht ob es an der Anspannung des Tages lag, oder an etwas anderem, aber ich schlief traumlos und fest. Zumindest so lange, bis mich ein Schlag aus dem Bett holte. Inzwischen weiß ich, dass das die Detonation einer Xenosgranate war, die mich aus dem Bett warf und nur Sekunden später die Alarmsirene anfing zu rufen, aber in diesem Augenblick dachte ich wirklich ich wäre in einem schrecklichen Alptraum gefangen.

Ich glaube es war Vosnik der mich wieder auf die Beine zog, sicher bin ich mir da aber nicht. Ab diesem Zeitpunkt übernahmen größtenteils die Reflexe. Armaplastweste, Helm, Munitionsbeutel und Gewehr, dann im Laufschritt auf den Laufgang. Das war ein Anblick! Es muss noch mitten in der Nacht gewesen sein, aber die Scheinwerfer beleuchteten grell die gesamte Umgebung. Von unserem Laufgang aus konnte man im Licht der Scheinwerfer einen weiten Teil der südlichen Ebene überblicken, beinahe bis zu den vorgelagerten Stellungen. Da ging vielleicht die Post ab. Vermutlich hätte ich Angst haben müssen oder mich doch zumindest erstmal um meine eigene Stellung sorgen müssen, aber ich muss gestehen meine Aufmerksamkeit hatte zuerst das dichte Graben- und Bunkernetz das eigentlich jeden Angriff auf die Mauern zu einem Selbstmordkommando werden lassen sollte. Die brannten da ein höllisches Feuerwerk ab. Es sah aus als würde jede einzelne Waffe auf Dauerfeuer schießen, so stark waren die Entladungen und das Mündungsfeuer. Und was war mit den Angreifern? Erst im zweiten Moment sickerte diese Wahrnehmung in mein Bewusstsein. Eine riesige Welle von grölenden und schreienden Xenos raste, rannte und flog zwischen den Bunkern und Gräben hindurch auf unseren Mauernabschnitt zu. Ich erblickte krude Vehikel, Motorräder, einige seltsame Läufer und Unmengen von grünen Xenos, die neben offensichtlichen Waffen auch Leitern und Werkzeug mit sich trugen. Alle schienen die Stellungen um sie herum zum größten Teil zu ignorieren und näherten sich mit hoher Geschwindigkeit. Die Mannschaften in den vorgelagerten Stellungen mussten einen enormen Blutzoll von den Angreifern fordern. Das Gefecht konnte noch keine 5min. im Gange sein und ich hörte bereits die verzweifelten Rufe nach den Munitionsläufern über das Gerät unseres Funkers.

Offenbar hatten die Xenos im Schutze der Dunkelheit aber auch weitrechende Geschütze in Stellung gebracht, denn vereinzelte Treffer ließen immer wieder den Laufgang erbeben und sprengten Teile aus der Mauer. Da die Angreifer bereits zu nah für unsere eigenen Geschütze waren, lieferten sich diese ein Artillerieduell mit denen der Angreifer und ich konnte sehen wie die Batterien von Tremorkanonen in unserem Abschnitt das Feuer eröffneten. General Dante hatte erst vor einigen Wochen persönlich mehrfaches Übungsschießen angeordnet, was sich jetzt bestimmt auszahlen dürfte. Wie wollten diese primitiven Grünlinge überhaupt unsere Mauern überwinden? Mit diesen kümmerlichen Leitern und Klettergerät? Bestimmt nicht…

Ein Kommando von unserem Sergeant brachte mich wieder in das hier und jetzt zurück. Vortreten in die Schützenlinie und anlegen. Unsere Einheit war ganz oben auf der Mauer positioniert, nicht in den stickigen und engen Wehrgängen innerhalb der Mauer, sondern ganz oben an der frischen Luft, fast 30m über der Ebene. Vortreten, anlegen, warten. Ein endloser Drill hatte auch dem langsamsten Soldaten eingehämmert welche Linie am Boden die Maximalreichweite des Lasergewehrs darstellte.

Wir mussten nicht lange warten. Schneller als uns lieb war konnten die Angreifer die Distanz überbrücken und wir begannen kontrolliert wie in der Ausbildung unsere Treffer zu setzen und die erste Welle an Angreifern ging zu Boden. Kleine grüne Kreaturen mit spitzen Ohren, rostigen Waffen und behängt mit Seilen und Werkzeugen. Schnell überkam mich ein Hochgefühl. Wir würden es diesen dreckigen Xenoskreaturen zeigen wer Herr über unsere Welt war. Irgendjemand in der Einheit begann die Ode von Damaris zu singen und wir stimmten mit ein. Dies war kein Kampf, lediglich ein Gemetzel an den degenerierten und offenbar völlig unfähigen Angreifern. Einige hatten begonnen die Mauer zu erklimmen, aber keiner war weiter als wenige Meter gekommen. Schnell befand sich jeder der mich umgebenden Soldaten, mich eingeschlossen, in einer Art von Routine: Anvisieren, ausatmen, abdrücken, Blick auf den Ladestandsanzeiger, wiederholen… es waren so verdammt viele, sodass ich mich mit alarmierender Geschwindigkeit durch meine Munitionstasche fraß.

Eigentlich war es unter diesen Umständen kein Wunder, dass es die Jungs von der Flak waren, denen zuerst auffiel, dass etwas nicht stimmte. Dennoch, irgendjemand musste gepennt haben, denn die Warnung kam viel zu spät. Als ich hochblickte konnte ich nur noch hunderte von Flammen im Himmel sehen und dann näherte sich auch schon ein eiserner Stiefelabsatz mit rasender Geschwindigkeit meinem Gesicht…

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Ehrgeiz kennt keine Grenzen Spielleiter Spielleiter