Ehrgeiz kennt keine Grenzen

Die Rückeroberung der Mauer

Einmal Ork zum mitnehmen

Da alle Vorbereitungen getroffen wurden, wollen die Entdecker den Innenhof der Festung des Magistrats verlassen um sich den Soldaten anzuschließen, die am bevorstehenden Angriff beteiligt sind. Doch bevor sie den Innenhof verlassen können kommt eine Gruppe aus 3 Personen auf sie zu. Zwei der Personen lassen sich ohne Probleme als Mitglieder des Magistrats identifizieren. Die dritte Person ist ein stämmiger Mann mit einer Tätowierung am Kopf. Die beiden Mitglieder des Magistrats wenden sich an Gant und fragen: „Lord Gant, diese Person ist ein gesuchter Verbrecher, seine Hinrichtung wurde verschoben, da er behauptet, dass er mit euch und ihr mit ihm sprechen wollt. Ist dies korrekt?“ Gant bejaht dies und die Mitglieder des Magistrats übergeben die Person widerwillig in Gants Obhut. Gant braucht scheinbar einen Moment, um sich an den Namen der Person zu erinnern. Dann sagt er: „Ihr seid Snakehead, richtig?“ Der Verbrecher bejaht dies. Danach entsteht eine Diskussion, bei der nicht nur der anwesende Magister Militaris Macharius mehrfach auf plumpest mögliche Weise provoziert wird, nein es wird von Seiten Snakeheads auch klar zum Ausdruck gebracht, was er von den Autoritäten in Damaris hält. Macharius muss sich während der Diskussion zwischen Snakehead und Gant mehrfach zurückhalten, um Snakehead nicht einfach, wie er es verdient hat, sofort hinrichten zu lassen. Was für Macharius ebenfalls kaum erträglich war, war die Art und Weise wie die beiden sich unterhielten. Sie sprachen zwar Nieder-Gotisch, aber in einem extremen Straßenslang. Macharius erschauderte innerlich, da ihn diese Diskussion an seine Zeit beim Hause Rhinestone erinnerte und an all die verkommenen Subjekte mit denen er zu tun hatte. Er hatte sich doch geschworen, sich nie wieder mit solchen Leuten abzugeben.

Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Snakehead ihn ansah und fragte: „Wer ist denn der Lametterträger da drüben?“ Zu seinem Glück konnte Gant eingreifen, bevor Macharius auf diese Unverschämtheit reagieren konnte. Snakehead hatte wirklich die Nerven, Macharius zu fragen, wo seine „Einheit“, ungefähr 100 – 120 Mann, eingesetzt werden sollte. Macharius war klar, dass der militärische Wert dieser „Einheit“ minimal war. Sie waren nicht mehr als Kanonenfutter und wahrscheinlich selbst dafür noch zu schlecht. Er erinnerte sich aber leider an die letzte Weisung seines Vorgesetzten zu diesem Thema. Lord-Kapitän Gideon Darkholme hatte befohlen die „Einheiten“ aus Verbrechern einzusetzen, wenn diese sich an der Verteidigung der Stadt beteiligen wollen. Da er ihn zurzeit nicht erreichen konnte, war er leider an diese Weisung gebunden. Er überlegte, was er mit dieser „Einheit“ anstellen sollte, da wurde er von Snakehead abermals aus seinen Gedanken gerissen. Snakehead war ungeduldig und wollte so schnell wie möglich Orks verprügeln.

Er schien auch an Lok Interesse gefunden zu haben. Während Macharius mit seinen Gedanken beschäftigt war, fragte Snakehead Gant: „Wer ist denn der Typ da hinten?!?“ Gant antwortete ihm: „Das ist Lok, der fliegt unser Schiff und bedient die großen Kanonen.“ Snakehead: „Lüg nicht! Die Dreiaugen fliegen die Schiffe! Versuch nicht mich für dumm zu verkaufen!“ Gant: „Der fliegt unser Schiff wenn es nicht im Immaterium ist. Im Immaterium fliegen dann die Dreiaugen. Aber seine Hauptaufgabe ist die Bedienung der großen Schiffsgeschütze. Das sind große Dinger, das sage ich dir!“ [Anmerkung des Protokollanten: Lok fliegt die Zorn des Imperators nicht. Garbadock ist der Steuermann der Zorn des Imperators.] Snakehead: „So so der Mann für die dicken Dinger, so welche könnte ich auch gebrauchen.“ Er geht auf Lok zu und möchte mit ihm ein High-Five machen. Lok erwidert sein High-Five. Snakehead: „Siehste, das sind die normalen Jungs. Nicht diese komischen geschwollen redenden Lamettenträger, so wie der da hinten! Was ist denn nun?!?“

Macharius flüsterte leise: „Gideon, ich hoffe ihr wisst was ihr tut…“. Er wandte sich Snakehead zu und sagte zu ihm: „Über welche Fahrzeuge verfügt ihr?“ Snakehead schaute Gant an und fragte ihn: „Wieso redet den der so geschwollen?!?“ Gant versucht ihn zu besänftigen, was er auch schafft. Snakehead gab danach an, dass seine Gang über die „heißesten und besten Schlitten“ verfüge. Macharius fragte daraufhin. „Handelt es sich bei diesen „Schlitten“ um militärisch verwendbare Fahrzeuge?“ Snakehead guckte etwas verwirrt und sagte: „Willst du mich verarschen?!? Ich merke es wenn mich jemand verarschen will!“ Wieder war es Gant der die Situation entschärfte. Nach einigen gewechselten Worten kam heraus, dass seine Gang über Autos und Motorräder verfügte. Nichts was man effektiv in einem Krieg einsetzen könnte, dachte sich Macharius. Er sagte zu Snakehead: „Lasst mich mit meinen Truppführern die Möglichkeiten erörtern, wie wir eure „Einheit“ am besten einsetzen können.“ Snakehead zeigte sich wenig zufrieden und antwortete: „Der Lametterträger redet schon wieder so geschwollen. Wir wollen nicht länger warten, wir wollen diese Orks killen! Wenn wir noch länger warten müssen, dann plündern wir einfach ein paar Geschäfte!“ Abermals musste Gant die Situation retten. Er konnte Snakehead überreden noch einen Moment zu warten, und ihm in der Zwischenzeit seine Gang zu zeigen.

Macharius traf sich auf dem Innenhof der Festung des Magistrats mit dem Kommandanten des 2. Bataillons, Hauptmann Flavius und mit MT. Macharius fragte MT, ob sie eine gute Verwendung für diese Verbrecher hätte. MT zeigte sich irritiert, sie machte klar, dass wenn es nach ihr ginge, diese Verbrecher längst erschossen worden wären oder zumindest in einer Zelle sitzen würden. Sie machte weiterhin klar, dass die Verbrecher bisher nur verschont wurden, da Macharius sich mit ihnen unterhalten hat. Macharius zeigte Verständnis für MT Sicht der Dinge und machte ihr klar, dass wenn es nach ihm ginge, die Verbrecher schon lange ihrer gerechten Strafe zugeführt worden wären. Ein Befehl seines Vorgesetzten Lord-Kapitän Gideon Darkholme zwingt ihn aber leider dazu, diese Verbrecher für die Verteidigung der Stadt einzusetzen. Da es zurzeit keine Möglichkeit gibt, mit Lord-Kapitän Gideon Darkholme Kontakt aufzunehmen, ist er an diese Weisung gebunden. MT akzeptiert diese Erklärung, wenn sie sie auch missbilligt. Sie äußert die Idee, diese Verbrecher auf eine Selbstmordmission zu schicken, um so das Problem schnell und effizient zu lösen. Macharius gefällt diese Idee und er löst die Besprechung auf. Er informiert General Dante über den gerade beschlossenen Plan und bittet ihn, die Verbrecher in einen der nächsten Ausfälle unterzubringen. General Dante zeigt sich wenig erfreut darüber, unerfahrene und untrainierte Einheiten einzusetzen, die noch dazu aus Verbrechern bestehen. Macharius teilt General Dante mit, dass auch er diese Einheit lieber nicht einsetzen würde, aber er leider in dem Fall weisungsgebunden ist. Nach dem Macharius General Dante die ganze Geschichte erzählt hat, stimmt dieser widerwillig zu. Er wird die Verbrecher beim nächsten Ausfall mitnehmen. Hierzu teilt er Macharius mit, an welchem Ausfalltor sich die Verbrecher sammeln sollen. Macharius weist MT an die Verbrecher, mit einem Teil der Unterdrückungskader, zu diesem Ausfalltor zu eskortieren. MT stimmt widerwillig zu.

In der Zwischenzeit ist Gant zusammen mit Snakehead zum provisorischen Lager seiner Gang gegangen. Dieses haben sie in der Nähe der Festung des Magistrats aufgebaut. Es ist eine Wagenburg mit einer höchst unterschiedlichen Ansammlung verschiedener Fahrzeuge. Gant zeigt sich beeindruckt von Snakeheads Gang. Dieser prallt, dass es sich bei ihnen um die beste Gang von Damaris handelt. Er erzählt ihm, wie sie damals Big Daddy fertig gemacht haben und seit dem die besten und stärksten sind. Snakehead nimmt sich eine der herumstehenden Flaschen und gibt Gant ebenfalls eine. Snakehead leert die Flasche in einem Zug und schmettert die Flache danach auf das Kopfsteinpflaster. Gant leert seine Flache in mehreren Zügen und wird dabei von Snakehead skeptisch beäugt. Gant fragt ihn, ob er ihm einige seiner Jungs zur Verfügung stellen könnte. Er sagt, dass er Leute bräuchte, die nicht so sehr auffallen, verschwiegen sind und wissen wie man austeilt. Snakehead weiß genau was Gant meint und sagt zu ihm, dass er genau solche Leute in seiner Gang habe. Er hat die Besten in seiner Gang. Snakehead sagt Gant, dass es ihm aber nicht möglich ist Leute abzustellen, da er sie selbst benötigt. Gant zeigt hierfür Verständnis. Snakehead fragt Gant wo wir Lok aufgesammelt haben. Gant antwortet ihm, dass wir ihn auf einer Welt weitentfernt von hier angeheuert haben. Snakehead könnte schwören, dass er die „Visage von diesem Lok“ schon irgendwo gesehen hat. Gant zeigt sich interessiert und fragt ihn, wo er ihn schon mal gesehen hat und ob er weitere Informationen über Lok hat. Snakehead sagt ihm, dass er sich nicht mehr erinnern kann, wo er diese Visage schon mal gesehen hat. Gant sagt ihm, dass er Nachforschungen anstellen wird und dass er sehr an Informationen über Lok interessiert ist. Snakehead verspricht ihn zu informieren, falls er weitere Informationen über Lok findet. Die beiden setzen ihre muntere Unterhaltung fort.

Macharius fragt eine der Wachen des Magistrats, wo Gant und Snakehead hingegangen sind. Die Wache deutet in eine Richtung und weist ihn daraufhin, dass das Lager der Gang gefährlich sein könnte. Macharius dankt der Wache und macht sich mit Hauptmann Flavius auf den Weg zum Lager der Gang. Dort angekommen findet er Gant in einem heiteren Gespräch mit Snakehead vor. Macharius fragt sich ein weiteres Mal, warum Gant sich mit solchem Gesindel abgibt. Er geht auf Snakehead zu und teilt ihm mit, dass es eine Aufgabe für seine Gang gibt. Sie soll einen der Ausfälle unterstützen. Snakehead zeigt sich erfreut darüber, dass es nun endlich losgeht. Er fragt Gant daraufhin, ob er sie begleiten will, doch dieser lehnt ab. Die Gang macht daraufhin ihre Fahrzeuge bereit und sie fahren, eskortiert von Teilen der Unterdrückungskader, davon. Macharius ist froh, dass er diese Verbrecher nun endlich los ist und sich wieder seiner eigentlich Aufgabe widmen kann.

Macharius kehrt auf den Innenhof der Festung des Magistrats zurück, wo er seine Truppführer vorfindet. Er vergewissert sich, dass alles vorbereitet ist und gibt dann den Befehl zum Angriff. Die Entdecker schließen sich der 1. Kompanie des 1. Darkholme an. Die Aufgabe der Kompanie ist die Rückeroberung und Sicherung der obersten Ebene des Stadtmauerabschnittes Sphinx-Ost. Die anderen beiden Gruppen sollen die unteren und die mittleren Ebenen des Stadtmauerabschnittes zurückerobern und sichern. Die Gruppe die die unteren Ebenen sichern soll, wird von einer Abteilung der Vollstrecker unterstützt. Die Truppen des 2. Bataillons werden auf alle drei Angriffsgruppen verteilt, so dass die Gruppen ungefähr dieselbe Kampfkraft haben.

An der Stadtmauer Sphinx-Ost angekommen, können die Entdecker die Treppe erkennen, die sie auf die oberste Ebene der Mauer bringen soll. Die Treppe ist breit und befestigt. Der Aufstieg erfolgt ohne Feindberührung. Oben auf der Mauer angekommen ist Macharius überrascht darüber, keine offensichtlichen Kampfspuren zu finden. Die Schäden an der Mauer und den Gräben, die oben auf der Mauer verlaufen, sind minimal. Weiterhin sind keine Leichen auszumachen. Hauptmann Flavius fragt nach Befehlen. Die Aufgabe der Soldaten ist es, die Gräben zu sichern und etwaige Orks zu töten oder zu vertreiben. Macharius befiehlt, dass sich die Soldaten verteilen und das Gebiet durchsuchen sollen. Die ersten Meter sind weder Orks noch irgendwelche Leichen ausfindig zu machen.

Am Ende eines langen Grabens befindet sich ein größerer Platz, wahrscheinlich eine ehemalige Mörserstellung, dachte Macharius. Auf diesem Platz konnten die Entdecker eine Gruppe aus 6 Orks ausmachen. Sie standen über einem großen Berg aus Schrott. Bei genauerer Betrachtung viel auf, dass der Berg nicht aus Schrott bestand, sondern aus Ausrüstungsgegenständen der PVS Truppen. Einer der Orks war sehr viel großer als die anderen fünf, aber alle hatten große Raketen auf ihre Rücken geschnallt. Der größte der Orks bemerkte die Entdecker als erstes und rief: „Ahhhh Jungs gugkt ma, noch mehr Menschents zum moschen!“ Daraufhin drehten sich die anderen Orks zu den Entdeckern um. Gant antwortete dem Ork: „Wir moschen euch!“ Der Boss antwortete: „Wat willsn du Git?!? Ich fordre dich zum Duell!“ Gant: „Duell?!? HA! Das ist ein Krieg!“ Macharius war einen Moment verwirrt darüber, dass Gant mit einem Ork sprach. Ihm war nicht ganz klar, was Gant damit bezweckte. Er fand sein Verhalten mehr als merkwürdig, aber Gant hatte sich heute eh merkwürdig verhalten. Egal, jetzt war nicht die Zeit über so etwas nachzudenken. Er merkte, wie die Soldaten hinter ihm auf seine Befehle warteten, also sagte er: „Verteilen und Feuer eröffnen!“ Wie ein Mann setzten die Soldaten den Befehl ihres Magister Militaris um und begaben sich in Deckung oder warfen sich einfach zu Boden. Alle von ihnen eröffnen zum selben Zeitpunkt das Feuer. Die Orks brüllten und erwiderten das Feuer sporadisch. Noch bevor sich die Entdecker verteilen oder in Deckung begeben konnten, war der große Ork bereits in der Luft. Angetrieben durch die Rakete auf seinem Rücken. Die Entdecker erkannten, dass er vorhatte genau zwischen ihnen zu landen. Im letzten Moment konnten die Entdecker dem herannahenden Koloss ausweichen. Macharius hört nur einen lauten Aufprall, als der große Ork mit voller Wucht auf dem Boden des Grabens landete. Geistesgegenwärtig zog er seinen Melter und machte sich bereit auf den großen Ork, der nun direkt vor ihm stand, zu schießen.

Aus dieser Entfernung war es ein leichtes für Macharius den Ork zu treffen. Zu seinem Pech schaffte es der Ork seinen linken Arm schützend vor seinen Körper zu halten. Er super heiße Melterstrahl traf den linken Arm des großen Orks voll, aber zu Macharius Verwunderung war der Ork immer noch Kampffähig. Er hatte Melter gesehen, die sich mit Leichtigkeit durch mehrere Meter Armaplaststahl und selbst durch das legendäre Adamantium schnitten. Er hatte Gegner gesehen, die nach einem Volltreffer nicht mehr als ein Haufen Schlacke waren. Was ist das für ein Ding, das einen solchen Volltreffer überlebte, fragte sich Macharius. Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als der Ork einen markerschütternden Schrei ausstieß. Macharius konnte dem Schrei aber ohne dass er eine Wirkung hinterließ wiederstehen, da die Systeme seines Helms die Lautstärke des Schreies dämpften. Als er einen kurzen Blick auf seine Umgebung warf, konnte er erkennen wie einer der Orks hart auf dem Rand des Grabens landete. Dies schien ihm aber nichts auszumachen, da er nach seiner Landung unverzüglich das Feuer auf Lok eröffnete. Macharius sah, wie die minderwertigen Geschosse an Loks Rüstung abprallten, wie Steine die man gegen einen Panzer würft. Als er versuchte einen Überblick über die Lage zu gewinnen, konnte er erkennen, wie Gant mit seiner Infernopistole auf einen der Orks zielte. Leider konnte der Ork dem Beschuss ausweichen. Macharius wurde klar, dass sie beinahe umzingelt waren. Lediglich der Weg zurück war noch frei, auf allen anderen Seiten warteten Orks darauf sie zu töten. Zu ihrem Glück, schossen die Orks so schlecht wie der eine von ihnen geflogen ist, dachte Macharius. Der Treffer auf seinen linken Arm schien dem großen Ork doch mehr zu schaffen zu machen, als Macharius zuerst angenommen hatte. Der Ork schaffte es, aus kurzer Entfernung, eine vollständige Salve seiner grobschlächtigen Waffe an Macharius vorbei zu schießen. Plötzlich konnte Macharius einen Mündungsblitz in seinem Augenwinkel wahrnehmen, er fuhr herum, da er einen neuen Angriff eines Orks vermutete. Zu seinem Glück war es aber nur Lok, der den Abzug seines Bolters voll durchzog und dem großen Ork eine volle Salve entgegen schleuderte. [Zuvor hatte Lok einen Schicksalspunkt ausgegeben, um die vorher gewürfelte Ladehemmung rückgängig zu machen und seinen Trefferwurf wiederholen zu dürfen.] Sein erstes Boltgeschoss traf den Fuß des Orks. Scheinbar hatte Lok eine Schwachstelle im Stiefel des Orks getroffen, durch den das Boltgeschoss in den Fuß eindrang und diesen vollständig zerfetzte. Macharius konnte sehen, wie der Ork anfangen wollte zu schreien, aber er hatte keine Gelegenheit dazu. Das zweite Boltgeschoss drang in das Bein des Orks ein und explodierte dort. Im Bruchteil einer Sekunde verwandelte sich das Bein in einen Regen aus Knochensplittern, Blut und Fleischstücken. Die Wirkung der Knochensplitter war mit der Wirkung einer Fragmentgranate zu vergleichen. Die Luft war erfüllt von Knochenschrapnellen. Macharius hob instinktiv die Arme vor das Gesicht, da er wusste, dass die Vorderseite seines Helms der Schwachpunkt seiner Rüstung war. Was danach passierte kann man nur als Inferno bezeichnen. Macharius hörte mehrere Explosionen genau vor ihm. Es hörte sich so an, als wenn die Munition, die der große Ork am Körper getragen hat, detonieren würde. Die Luft war erfüllt mit Geschossen, die pfeifend durch die Luft zischten. Macharius konnte spüren, wie mehrere der Geschosse seine Rüstung trafen. Noch bevor er irgendwie reagieren konnte, hörte er, in schneller Folge, fünf Explosionen. Es hörte sich so an, als würden gerade fünf Fragmentgranaten genau vor ihm detonieren. Der Ork musste auch Fragmentgranaten am Körper getragen haben, die wahrscheinlich durch die detonierende Munition ebenfalls zur Explosion gebracht wurden. Die Wucht des auf seine Rüstung einprasselnden Sturms aus Schrapnell, warf Macharius zu Boden. Als nächstes vernahm er absolute Stille.

Da er nun wieder im Stande war zu handeln, stand er auf und betrachtete seine Arme. Die Panzerplatten an seinen Unterarmen waren über und über mit Knochensplittern und Schrapnell bedeckt, die sich in die Panzerplatten gebohrt hatten. Hätte er seine Hände nicht instinktiv gehoben, wäre er jetzt wahrscheinlich tot, dachte er. Der Schrapnellhagel hätte ihn sonst direkt im Gesicht getroffen. Er schaute sich um. Der Anblick der sich ihm bot, war selbst für einen erfahrenen Krieger wie ihn, erschreckend. Um ihn herum war alles mit Blut, Knochenfragmenten und Fleischstücken übersät. An der Stelle wo eben noch der große Ork stand, stand jetzt nur noch einer seiner Stiefel. Mehr war von ihm nicht übrig. Die Reste seines Körpers lagen überall über den Graben verstreut. Die ihn begleitenden Orks lagen im und um den Graben herum. Sie waren alle tot. Durchsiebt von einer Unmenge an Schrapnell und Splittern. In mehreren Kratern hatten sich Pfützen aus Blut gebildet. Macharius schaute sich um. Er konnte Lok ausmachen, der gerade dabei war sich wieder zu erheben. Auch auf seiner Rüstung waren viele Splitter und Schrapnelle zu erkennen. Macharius fragte ihn, ob alles in Ordnung sei. Lok bejahte dies. „Wo ist Gant?“ fragte Macharius. Lok zuckte nur mit den Schultern. Als Macharius sich umsah, entdeckte er einen menschlichen Körper der auf dem Boden lag. Er rannte zu diesem hinüber und erkannte, dass es sich bei dem Körper um Gant handelte. Er war in keinem guten Zustand. Er hatte tiefe Schnittwunden im Gesicht, am Torso und an den Beinen. Zusätzlich fehlten ihm Teile des Fleisches seines Torsos und seines Beines. Sein Bein war offensichtlich gebrochen, da ein Teil des Beinknochens aus dem Bein hervorragte. Er blutete stark aus mehreren Stellen an seinem Torso und seinem Bein. Zusätzlich war er auch noch Bewusstlos. Normalerweise müsste ein Mensch mit solchen Verletzungen tot sein, aber Gant atmete noch, wenn auch nur schwach. Er hatte schon einmal jemanden so zugerichtet gesehen und der hatte es auch geschafft, also würde Gant dies auch Überleben, dachte Macharius.

Ein lautes „SANITÄTER!“ durchbrach die Stille, die nach den Explosionen entstanden war. Es war Macharius der so laut schrie wie er konnte. Die Soldaten, die die Entdecker begleitet hatten, lagen leicht benommen am Boden. Durch den Schrei aufgeschreckt, erhoben sich die ersten von ihnen. Macharius suchte hektisch nach Hauptmann Flavius und dessen Kommandoabteilung, da er wusste, dass in ihr ein Sanitäter enthalten war. Er konnte sie nicht ausmachen. Nach ein paar Sekunden kam ein Sanitäter auf ihn zugelaufen. Er deutete auf Gant und sagte: „Dort, ein schwer verletzter. Sieht schlimm aus.“ Der Sanitäter machte sich sofort daran, Gant zu behandeln. Macharius konnte mehrfach hören, wie der Sanitäter Dinge sagte wie „Der Goldene Thron! Für sowas bin ich nicht ausgerüstet.“ oder „Wo kommt nur das ganze Blut her?!?“ Macharius fiel auf, dass dies wahrscheinlich der erste schwer Verletzte war, den der Sanitäter im Feld behandeln musste. Die Sanitäter des 1. Darkholme waren ja erst frisch ausgebildet worden und hatten noch keine Felderfahrung. Der Sanitäter informierte Macharius darüber, dass Gant sofort ausgeflogen werden musste. Macharius ließ daraufhin den Funker der Kommandoabteilung herbringen und setzte folgenden Funkspruch an das Hauptquartier ab: „Hier spricht Macharius, Magister Militaris des Hauses Darkholme. Ich fordere unverzüglich eine Notfallevakuierung eines schwer Verletzten von der obersten Ebene der Stadtmauer Sphinx-Ost an. Er befindet sich im Mauerplanquadrat E05. Die Stelle zur Abholung wird mit Leuchtfackeln markiert. Die LZ ist gesichert. Es handelt sich um eine Evakuierung mit der Notfallpriorität 0.“ Er erhielt die Bestätigung, dass eine Walküre in wenigen Minuten eintreffen wird.

Macharius befahl den anwesenden Soldaten die Umgebung zu sichern und alle Eingänge, die ins Innere der Mauer führten, zu bewachen. Er erfragte bei den anderen Truppführer den Status ihrer Operationen. Sie meldeten alle, dass die Bereiche von Orks gesäubert wurden und dass die Mauer jetzt wieder vollständig unter Kontrolle ist. Sie berichteten weiterhin, dass es nur leichten Wiederstand der Orks gab. Macharius meldete dem Oberkommando, dass die Stadtmauer Sphinx-Ost wieder unter Kontrolle der PVS Truppen war. Er forderte Ablösung an, damit sich die am Kampf beteiligten Einheiten ausruhen konnten. Das Oberkommando sicherte zu, so schnell wie möglich Einheiten zur Ablösung zu entsenden. Er informierte außerdem die Garnisonstruppen des Mauerabschnittes Sphinx-Ost darüber, dass sich nun keine Orks mehr in der Mauer aufhielten. Während er seine Funksprüche absetzte, konnte er beobachten wie eine Sanitätswalküre auf der Mauer landete und Gant mitnahm. Die Zeit bis zu Ablösung sollten die Soldaten nutzen, um die Mauer auf Ork Nachzügler zu untersuchen. Die Zeit bis zur Ablösung verbrachte Macharius damit, dem Imperator für dessen Schutz zu danken und sich mit den Offizieren der anderen Einheiten über die Kämpfe auszutauschen.

Als die Ablösung eintraf, zogen sich die 1. Kompanie, das 2. Bataillon und die Vollstrecker zur Festung des Magistrats zurück und von da aus weiter zu den Ruhebereichen. Macharius und Lok wurden mit einer Limosine zurück nach Pandragon-Manor gebracht. Dort angekommen werden die beiden von Jorun begrüßt, der verwundert darüber ist, dass die Entdecker nur zu zweit sind. Während Lok ihm erzählt was mit Gant passiert ist, geht Macharius in den Taktikraum und lässt sich mit General Dante verbinden. Er fragt ihn, ob er weiß was aus der Verbrechereinheit geworden ist. General Dante teilt ihm mit, dass ihr Schicksal zurzeit noch unbekannt ist. Nach dem sie das Ausfalltor verlassen hatten, hielten sie sich weder an Absprachen noch an Befehle, sie fuhren einfach auf die Orks zu und wurden seitdem nicht mehr gesehen. Macharius und General Dante informieren sich gegenseitig über den Verlauf ihrer Operationen. General Dante hat einen erfolgreichen Ausfall der 4. Kompanie und der schweren Löwengarde persönlich angeführt und diesen nur abgebrochen, da die Orks schwere Waffen in Stellung gebracht haben. Er berichtet, dass die Orks ihre Angriffsstrategie geändert haben. Sie haben die Angriffe mit Infanterie nahezu eingestellt und setzen nun schwere Waffen und Artillerie gegen die Stellungen der PVS und die Stadtmauer ein. Er hat daher den Rückzug aller Truppen in befestigte Stellungen befohlen. Macharius und General Dante beglückwünschen sich gegenseitig zu ihren erfolgreichen Operationen. Macharius bittet darum, informiert zu werden, wenn die Verbrechereinheit irgendwo wieder auftaucht. Er bittet weiterhin darum, der Verbrechereinheit zu sagen, dass Gant mit ihnen sprechen möchte. General Dante stimmt etwas genervt zu. Macharius informiert sich darüber, ob der Luftraum über Damaris-Stadt sicher ist und ob Flüge vom Planeten zum Bollwerk und umgekehrt möglich sind. General Dante informiert ihn darüber, dass er Luftraum über der Stadt sicher ist. Dies liegt zu einem großen Teil auch am 101. Jagdgeschwader, das einen sehr guten Job gemacht hat, wie General Dante es ausdrückt. Er teilt Macharius mit, dass er zur Pandragon-Manor kommt, um etwas zu besprechen. Er beendet daraufhin die Verbindung. Macharius informiert die Zorn des Imperators über den Zustand von Gant und bittet Guerino Bruzzini nach Damaris-Stadt zu kommen, um die Behandlung von Gant zu unterstützen. Macharius erhält die Bestätigung, dass Guerino Bruzzini sich unverzüglich auf den Weg machen wird. Da nun alle Angelegenheiten erledigt sind, verlässt Macharius den Taktikraum und begibt sich zu einem der Essensräume.

In dem Essensraum hat Jorun dafür gesorgt, dass der Tisch reichlich gedeckt ist. Lok sitzt bereits am Tisch und isst. Macharius informiert ihn darüber, dass das 101. Jagdgeschwader von General Dante gelobt wurde. Nach dem er mit dem Essen fertig ist, begibt er sich auf sein Zimmer. Beim Verlassen des Raumes wird er von einem Offizier darüber informiert, dass Gant, auf Befehl von Guerino Bruzzini, auf die Zorn des Imperators verlegt wurde.

Auf seinem Zimmer angekommen hat Macharius endlich Zeit, seine Rüstung näher zu untersuchen. Sie ist übersäht mit Beulen und Kerben. Die Rüstung ist überzogen mit einer Schicht aus getrocknetem Orkblut. Macharius kann auch einige Löcher in der Rüstung ausmachen, aber zu seinem Glück ist kein Objekt durch die Rüstung gedrungen. Die Schäden der Rüstung sind nur oberflächlich. Es wurde keines der Reinheitssiegel beschädigt oder entfernt. Er ist froh darüber, dass er die Rüstung vorher noch einmal zu Uriel Jingst gebracht hat, damit dieser die Rüstung überprüfen und segnen konnte. Er dankt dem Omnissiah dafür, dass er ihn mit dieser Rüstung gesegnet hat. Danach macht er sich an die Reinigung der Rüstung. Er rezitiert hierfür die entsprechenden Litaneien. Danach bessert Macharius die Rüstung an mehreren Stellen aus, und wechselt eine der Panzerplatten, da diese zu viele Löcher hat und gewechselt werden muss. Hierfür rezitiert er die Hymne der Reparaturen:
„… So rufe ich den Maschinengott.
So füge ich zusammen, was einst getrennt war. …“

Zum Schluss salbt er die Rüstung noch mit heiligem Öl, das er von Uriel Jingst erhalten hat. Bevor er die Rüstung auf den Rüstungsständer hängt, spricht er noch die nötigen Gebete:
„Preise die Härte im Kern, den flammenden Tod halte uns fern. Lenke die Energie in richtige Bahnen, von Alter und Abnutzung laß nichts erahnen.“

„Möge diese Rüstung geschützt vor Fehlfunktionen sein, wie meine Seele vor Unreinheit geschützt ist. Der Maschinen Gott wacht über sie und mich. Entfessele mit ihr die Waffen des Krieges. Entfessele durch sie den Todbringer.“

Danach ruht sich Macharius von dieser viel zu kurzen und viel zu anstrengenden Nacht aus.

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