Gant

Seneschall und Erster Versorgungsoffizier der ZdI

Description:

Händler, Unterhändler, Mann mit Verbindungen und gutem Einfluss. Wissenssammler.

Bio:

Prolog – Neu an Bord
Da saß er nun in einer Bar und während er einer doch recht ansehnlichen Frau zuhörte, genoss er sein Getränk. Er wusste nicht mal was für ein Getränk es war, er genoss es aber schon deshalb, weil es kostenlos war. Nach wenigen Sätzen der Verhandlung mit dem Barkeeper hatte er es dem armen Kneipenbesitzer aus den Rippen geleiert. Das war wirklich was er konnte, er konnte verhandeln und in dieser schmierigen Bar gab es nun viele Gründe die als Verhandlungsgrundlage dienten.
Er schaute auf das hübsch gemachte Gesicht vor ihm. Diese Frau erzählte ihm Ihre Geschichte. Sie sei ganz neu auf dem Schiff, hat vorher auf Wanderershafen gelebt und auf eine Möglichkeit gehofft auf einem Schiff durch die Sterne zu reisen. Unglaublich, aber auch in den heutigen Tagen, in denen man sich bereits daran gewöhnt haben sollte auf dunklen, dreckigen und übel riechenden Raumschiffen von Planet zu Planet zu fliegen, träumten tatsächlich noch viele Menschen davon andere Planeten zu bereisen. Dabei sieht man doch im Regelfall nur dasselbe Elend wie an dem Ort von dem man kommt.
Sie erzählte ihre Geschichte mit so viel Enthusiasmus, dass er es ihr fast abkaufte. Doch auch wenn er gerade erst wenige Tage auf diesem Schiff war, hat er bereits seine Hausaufgaben gemacht. Diese machte er immer. Denn genauso wie er im Verhandeln gut war, war es auch bei der Beschaffung von Informationen und vom auftun von Quellen. Jahre lange Erfahrung in der Unterwelt hatten Ihn schon im jungen Alter gelehrt immer Informationen und Quellen zu besitzen, da diese einem früher oder später das Leben retten.
Ihr echter Name war Vastree Do’mtor. Sie ist die Herrin des Flüsterns, die Leiterin des Geheimdienstes auf diesem Schiff. Dass Sie selbst das Verhör vornehmen wollte schmeichelte ihm fast ein wenig. Da er aber schnell weit oben in der Kommandostruktur des Schiffes angekommen war, war dies aber tatsächlich gar nicht mehr so verwunderlich je mehr er darüber nachdachte. Der neue Fremde wurde trotz Empfehlung von seinem Freund Kasimir misstrauisch untersucht. Vielleicht aber auch genau deshalb, dachte er und musste schmunzeln.
Sie riss Ihn aus seinen Gedanken „Was habt ihr gemacht, bevor ihr auf dieses Schiffe gekommen seid? Habt ihr bereits die Sterne bereist und Abenteuer erlebt?“. Er war wahrlich kein alter Sack der kurz vorm Ende seines Lebens stand, trotzdem überraschte es Ihn, wie viel er bereits mit seinen jungen Jahren erlebt hatte. Dinge die nur ein kleiner Anteil der Menschheit vermutlich jemals zu Gesicht bekommen würde. Es gab so viele Geschichten, aber keine dieser Geschichten würde er dieser Frau erzählen.
Eine dieser vergangenen Geschichten fesselte seine Gedanken aber wie immer sehr.

Kapitel 1 – Auf dem Weg nach Tarsis Ultra
Als er seine Augen wieder aufmachte fand er sich auf der Brücke eines kleinen Raumschiffes wieder. Er konnte beim besten Willen nicht sagen was für eine Klasse dieses Schiff sein könnte. Er konnte es schon deshalb nicht, weil es extrem modern schien, auch ohne ein Techpriester zu sein, hatte so viel Verständnis, dass dieses kleine Schiff nur vor wertvoller Technologie strotzte. Innerlich war er hin und her gerissen, ob er das Schiff lieber auseinander nehmen würde um mit den Einzelteilen unfassbare Profite einzustreichen, oder ob er es als Kunstwerk als Ganzes bewahren würde.
Er schaute sich um und betrachtete die Hinterköpfe die vor ihm in den Stühlen saßen. Am Steuerpult saß der Pilot, der sich bereit machte die Steuerung des Schiffs wieder zu übernehmen, sobald es aus dem Warp fällt. Der Pilot hieß Flynn Rose, ein recht kleiner, dünner Typ Mensch, der seine Körpergröße aber durch sein vorlautes Maul wett machte. Er mochte Flynn, denn er schien ein ehrlicher Typ zu sein und sagte im Normalfall was er dachte, was wirklich eine Ausnahme auf diesem Schiff war. Flynn war ein außergewöhnlicher Pilot und hatte die Crew schon des Öfteren vor dem sicheren Tod bewahrt. Flynn besaß viele Tätowierungen auf den Armen, welche mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Zugehörigkeit zu den Streitkräften zeigten. Er hatte dazu ebenfalls die passenden kurzgeschorenen, blonden Haare und eine funktionelle Pilotenkleidung.
Während er noch über die mögliche Herkunft des Piloten nachdachte, wurde er von seinem Sitznachbarn angesprochen. „Bist du bereit? Es ist absolut wichtig, dass du vorbereitet bist!“. Er nickte, obwohl er selbst nicht so sehr daran glaubte. Sein Sitznachbar hörte auf den Namen Mavox, ob dies sein tatsächlicher Name war konnte er nicht sagen. Er wusste nicht viel über Mavox, konnte aber sagen, dass dieser eine sehr anpassungsfähige und talentierte Person war. Soweit er verstanden hatte, leitete er die Vorhut und die Aufklärung für Missionen und beschaffte Informationen. So geheimnisvoll dieser Mann auch schien, geheimnisvoller als der Kommandant dieses Schiffes konnte kein Mensch sein.
Er blickte zu ihr rüber. Er traute es sich kaum, doch die Dunkelheit des spärlich roten, taktischen Lichts auf der Brücke half ihm dabei sich zu überwinden. Er sah auf die schlanke, sehr hochgewachsene Frau in Ihrer ungewöhnlich körperbetonten, grauen Rüstung, wie sie die still die Vorgänge auf dem Schiff überwachte. Er wusste ganz genau, dass für Sie nichts unbemerkt blieb. Anfangs hatte er noch versucht schlauer als sie zu sein, doch er merkte sehr schnell, dass diese Frau jeden durchschaute. Neben der grauen Rüstung und dem immer sauberen, weißen Umhang, war das auffälligste sicher Ihre Maske. Er konnte nur ahnen was für ein Gesicht sich hinter dieser Maske verstecken möge, denn er hatte es noch nie gesehen. Soweit er raus gefunden hatte, hat noch niemand auf diesem Schiff jemals ihr Gesicht gesehen.
Aber nicht nur das lies diese Frau so ungewöhnlich unmenschlich erscheinen. Es war ihre ganze Art. Es waren diese unglaublich flinken, graziösen und schnellen Bewegungen, die leicht verzerrte Stimme durch die Lautsprecher Ihrer Maske, die Servoschädel, welche Sie permanent umgaben, aber am meisten war es die Art, wie Sie mit der Crew umging. Er hatte zwar das Gefühl, dass sie sich um die Crew dieses Schiffes kümmerte und niemanden leichtfertig opferte, allerdings fühlte er sich in ihrer Umgebung eher wie ein geduldetes und nützliches Haustier. Ob alle Inquisitoren so waren?
„Fertig machen!“, rief Flynn „Wir treten in Kürze aus dem Warp“. Diese Worten erinnerten ihn schmerzlich an die schwierige Aufgabe die vor ihm stand.

Nicht nur das Wackeln des ganzen Schiffes verriet ihm, dass sie den Warp verlassen hatten, sondern auch dieses Gefühl im Magen, was er dabei immer verspürte. Vor sich auf dem großen Sichtschirm flackerte das Bild auf und er konnte eine sehr große Anzahl an Raumschiffen ausmachen. So eine massive Anzahl an Schiffen hatte er noch nie in seinem Leben gesehen. Diese Tatsache erinnerte ihn eindrucksvoll aber doch schmerzlich daran, dass hier bald ein riesiger Krieg ausbrechen wird.

“Steuer übernommen, Schleichfahrt zum Hauptplaneten, alle Systeme einsatzbereit” hörte er Flynn sagen. “Tarnung und Scannerstreuer aktiviert, bisher scheint uns niemand ausgemacht zu haben”.
Er konnte nur das zustimmende Nicken der Inquisitorin sehen, welche wie immer aus dem Hintergrund das Geschehen beobachtete.
Er versuchte sich einen Reim daraus zu machen, warum ein Imperiumtreues Schiff in ein Imperiumtreues System unbemerkt einbrechen musste, doch einen offensichtlichen Grund konnte er nicht finden. In den Datenarchiven des Schiffes hatte er sich Informationen zur Inqusition durchlesen können, welche die Inqusition als noble Institution beschrieben, welche den Gottimperator treu ergeben sind und mit dessen Hilfe das Imperium gegen die unbekannten Gefahren zu verteidigen. Je mehr Zeit er auf dem Schiff verbrachte, hatte er aber eher das Gefühl sich unter ähnlichen Gaunern zu befinden, wie in den Verbrecher Syndikaten zwischen denen er aufgewachsen ist. Lügen, Intrigen, Täuschung und Unwahrheiten. Der große Unterschied war, dass diese eine Frau mehr Macht besaß als alle Syndikate zusammen die er kannte.

Gant war froh, dass er diese vielen großen Schiffe im Orbit kaum Fenster besaßen. Würde ein Crew-Mitglied des riesigen Schlachtschiffes jetzt aus einem Seitenfenster gucken können, würde er nur wenige Meter entfernt ein Schiff vorbei treiben sehen. Was würde er dafür geben jetzt einen Tech-Priester fragen zu können, wie es überhaupt möglich ist durch dieses dichte Netz an Schiffen unbemerkt in den Orbit vorzudringen. Ob dieser hierfür eine Erklärung geben könnte, wollte Gant auch nicht mit Sicherheit glauben. Er konnte es sich lediglich dadurch erklären, dass er in diesem technologisch extrem modernen Schiff saß, welches von einem absolut fähigen Piloten nur wenige Meter an den großen Schiffen entlang gesteuert wurde. Die Spannung auf der Brücke war in der Luft zu spüren, so dass man glauben konnte diese mit einem Messer in Stücke zu schneiden.
Nach unzähligen Stunden Schleichtfahrt, ohne dass auch nur eines der Crew-Mitglieder ein Wort verloren hatte, waren sie an dem Großteil der Flotte vorbei geflogen. Gant erschien es etwas ironisch. Mit Unterstützung von mindestens acht Großkampfschiffen und mit unzähligen Fast-Kolliosionen, ist dieses kleine Schiffe an einem Waffenarsenal vorbei gekommen, welches Welten zerstören könnte.
Es fiel ihm schwer sich vorzustellen, für welche Schlacht so eine Flotte benötigt werden sollte und wie diese überhaupt verloren werden könnte.
Gant merkte wie langsam die Schwerkraft an dem Schiff zu ziehen begann, denn der Flug wurde unruhiger. Im selben Moment sagte Flynn erleichtert aber auch erschöpft mit einem frechen Lächeln “Wir haben es geschafft! Daran habe ich selbst nicht geglaubt!”.

“Kurs auf die Landungskoordinaten außerhalb von Erebus setzen” sagte die Lautsprecher verzerrte Frauenstimme der Inquisitorin, “Lasst uns keine Zeit verlieren, wir haben noch viel Arbeit vor uns”.
Gant konnte aus den Fenstern und den Holoschirmen die große Stadt Erebus ausmachen. Dort würde er die nächsten Wochen und Monate verbringen, um eine Untergrundorganisation zu infiltieren, die laut den taktischen Besprechungen selbst versucht diese Welt zu infiltrieren.
Nach einiger Zeit spürte er wie das Schiff aufsetzte, schnappte sich seine vorbereite Ausrüstung und warf noch einen letzten Blick seinen Kameraden zu. “Viel Erfolg, wir sehen uns bald” hörte er nur Flynn sagen und machte sich dann schnell auf den Weg zur Rampe. Er sah noch, wie das Schiff wieder abhob und wurde sich bewusst, wie allein er in den nächsten Monaten sein würde. Er machte sich auf den Weg zur Stadt Erebus.

Gant

Ehrgeiz kennt keine Grenzen Spielleiter ChiefBrody